Geld abheben und bezahlen im Ausland: Welche Gebühren entstehen und wie du sie vermeidest

Mit der falschen Reisekreditkarte zahlst du im Ausland bei Bargeld­abhebungen und Karten­zahlung fast immer drauf, häufig ohne es zu merken. Die richtige Kreditkarte dagegen spart dir unnötige Kosten und ist dazu oft kosten­los. Vermeidbar sind Fremd­währungs- und Abhebungs­gebühren sowie die Dynamic Currency Conversion, nur die Gebühr lokaler Banken ist meistens fest­gelegt.

Welche Gebühren entstehen bei Kredit­karten­nutzung im Ausland?

Es gibt vier Kosten­punkte, durch die Gebühren bei der Nutzung einer Reise­kredit­karte im Ausland anfallen können: Fremd­währungs­gebühren (auch Auslands­einsatz­gebühr genannt), Abhebungs­gebühren deiner eigenen Bank, Fremd­gebühren lokaler Banken und die Dynamic Currency Conversion (DCC).
Gebühr
Höhe
Ver­meidbar
Wie ver­mei­den
Fremd­währungs­gebühr
1,5-2,5% pro Zahlung
Ja
Anbieter wählen, der keine Gebühr erhebt
Abhebungs­gebühr bei eigener Bank
1-4%, oft mind. 5 bis 10€
Ja
Anbieter wählen, der keine Gebühr erhebt
Fremd­gebühr lokaler Banken
1-6€ pro Ab­hebung
Nein
Nicht vermeid­­bar; durch größere, seltenere
Abhe­bun­g­en mini­mieren
Dynamic Currency Conversion (DCC)*
meist schlechter als der offizielle Wechsel­kurs
Ja
Immer Abrech­nung in Landes­währung wählen
*Bei Dynamic Currency Conversion (DCC) rechnet der Automat direkt in Euro statt in der Landeswährung ab, aber zu einem schlechteren Kurs als deine Karte.

Worauf muss ich bei der Wahl einer Kreditkarte achten?

Eine gute Reisekreditkarte erfüllt vier Kriterien:
  • Keine Fremdwährungsgebühr: Deine Bank sollte 0% auf Zahlungen in Fremdwährung erheben.
  • Keine eigene Abhebungsgebühr: Die Fremdgebühr lokaler Banken lässt sich zwar nicht vermeiden, aber wichtig ist, dass deine eigene Bank nichts zusätzlich berechnet.
  • Visa oder Mastercard: Beide Anbieter werden in vielen Ländern weltweit akzeptiert, auch in weniger touristischen Regionen, wie dem Balkan und Mittelamerika. American Express hingegen wird deutlich seltener akzeptiert und ist daher immer mit einem gewissen Risiko verbunden.
  • Keine Jahresgebühr: Es gibt genug Kreditkarten ohne Grundgebühr, die alle Kriterien erfüllen. Eine Jahresgebühr ist kein Qualitätsmerkmal. Das bedeutet aber nicht, dass eine Kreditkarte mit Grundgebühr schlecht ist.

Was ist der Unterschied zwischen einer Debitkarte und einer Kreditkarte?

Der Hauptunterschied zwischen einer Debitkarte und einer Kreditkarte ist in erster Linie der Buchungszeitpunkt: Eine Debitkarte belastet das verfügbare Guthaben auf deinem Konto sofort, eine Kreditkarte reserviert erstmal nur einen Betrag auf dem Kreditrahmen und bucht in der Regel zum Monatsende ab.

Der Unterschied ist im Alltag klein, in manchen Situationen – vor allem im Urlaub – aber entscheidend. Eine Kreditkarte bietet Mietwagen- und Hotelanbieter die nötige Flexibilität, um Kautionen zunächst unkompliziert vorzumerken und später wieder freizugeben. Das bedeutet: Es fließt erstmal kein Geld, aber der Vermieter hat die Garantie, dass der Betrag im Schadensfall tatsächlich eingezogen werden kann. Eine Debitkarte hat diesen Kreditrahmen nicht, sondern nur das tatsächlich verfügbare Kontoguthaben, das sofort abgebucht wird. Nur wenige Anbieter akzeptieren daher Debitkarten für Kautionen. Zum Bezahlen und Abheben kannst du Debitkarten aber weltweit einsetzen.

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FAQ

Ob du Bargeld im Ausland brauchst, hängt vom Reise­land ab. In vielen Ländern außerhalb Europas, besonders auf dem Balkan und in Mittel­amerika, ist Bargeld außerhalb der Städte oft unverzichtbar, während du in West­europa oft auch ohne auskommst.
Wird deine Kreditkarte im Ausland abgelehnt, liegt das meist an nicht freigeschalteten Auslands­zahlungen für das Land, einem erreichten Tages­limit, zu wenig Guthaben oder technischen Problemen am Automaten oder mit dem Zahlungs­terminal. Prüfe zuerst, ob dein Konto gedeckt ist und wenn das der Fall ist, ruf die Notfall­nummer deiner Bank an, die auf der Karten­rückseite steht. Ist deine Karte dauerhaft gesperrt, nutze deine Zweit­karte.
Nein, Wechsel­stuben am Flug­hafen bieten schlechtere Kurse als Geld­automaten bei lokalen Banken. Hebe Bargeld lieber mit einer guten Reise­kredit­karte ohne eigene Abhebungs­gebühr an einem Bank­automaten ab.
Zusatzversicherungen bei Kreditkarten lohnen sich oft nicht. Sie bieten in der Regel kaum nennenswerte Versicherungs­leistungen an, zumal umfangreiche Versicherungs­pakete meist eine Jahres­gebühr beinhalten. Prüfe in deinem Fall, ob die Versicherung günstiger ist als eine separate Reise­versicherung, oft ist sie das nicht. Lies das Klein­gedruckte und vergleiche online mit anderen Anbietern.
Sowohl Visa als auch Mastercard werden in über 200 Ländern weltweit akzeptiert, sodass du mit beiden Karten ohne Probleme Bargeld abheben und bezahlen kannst. Die Unterschiede sind minimal, sodass es dir überlassen ist, welche du lieber nutzt.
Revolut und Wise können eine sinnvolle Ergänzung zur Hauptkarte sein, oft mit günstigen Wechsel­kursen und weltweiter Akzeptanz. Als alleinige Reise­karte sind sie jedoch nicht geeignet, da sie keinen Kredit­rahmen haben, damit keine Kaution hinterlegt werden kann und es zudem in der kosten­losen Version Abhebungs­limits gibt.
Ja, Apple Pay und Google Pay funktionieren im Ausland überall dort, wo kontaktlose Karten­zahlung möglich ist. Im Wallet gelten dieselben Gebühren wie bei der hinter­legten Kredit­karte.
Dynamic Currency Conversion ist die an Automaten und Karten­terminals angebotene Abrechnung in Euro statt in Landes­währung, aber zu einem schlechteren Kurs als dem offiziellen. Wähle am Automaten und beim Bezahlen daher immer die Landes­währung.

FAQ: Typische Kartenprobleme im Ausland

Grundsätzlich gilt bei fast allen Karten­problemen: Bank kontaktieren, Karte sperren lassen, wenn nötig, und erstmal die Zweit­karte nutzen.
Sperre deine Karte sofort, entweder über dein Online-Banking oder die Notfall­nummer deiner Bank. Danach beantragst du eine Ersatz­karte und nutzt bis dahin deine Zweitkarte.
Kontaktiere zuerst den Automaten­betreiber. Steht der Automat in einer Bank­filiale, frag das Personal um Hilfe. Ist das nicht möglich, kontaktiere deine Bank über die Notfall­nummer, sie kann dir weitere Schritte zur Rückgabe oder zum Ersatz der Karte nennen.
Wenn du Abbuchungen auf deinem Konto findest, die du nicht freigegeben hast, solltest du sofort deine Bank kontaktieren und den Vorfall melden. Lass die Karte sperren und beantrage eine neue, um weitere Abbuchungen zu verhindern.
Versuche deine Karte über dein Online-Banking wieder frei­zuschalten. Bei vielen Anbieter kannst du das selbst machen. Funktioniert das nicht, ruf deine Bank an und lass sie wieder freischalten.
Bei einigen Kreditkartenanbietern, etwa der DKB, kannst du manuell einstellen, in welchen Ländern die Karte funktionieren darf. Hast du das Reise­land nicht freigegeben, werden Transaktionen aus Sicherheits­gründen nicht ausgeführt. Prüfe daher deine Einstellungen im Online-Banking.

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