Günstige Flüge finden: Worauf es dabei ankommt

Günstige Flüge findest du nicht mit einem geheimen Trick, sondern mit dem richtigen Vorgehen. Vieles, was online als Spar­tipp beschrieben wird, vom Inkognito-Modus bis zum „besten Buchungs­tag“, bringt meistens nichts. Dennoch gibt es einige Punkte, auf die du achten kannst, um einen günstigen Flug zu finden.

Kurz & knapp: So findest du einen günstigen Flug

Suche dasselbe Ziel in verschiedenen Such­maschinen (z.B. Google Flights und Skyscanner), bei Online-Reise­büros (z.B. Expedia, Opodo oder booking.com) und direkt bei den Air­lines, da sich die Preise je nach Platt­form und Anbieter unter­scheiden können. Wenn es dir möglich ist, bleib bei Datum und ggf. Flughafen flexibel. Bei einigen Such­maschinen kannst du dir auch die Flug­preise in verschiedene Länder anschauen und die beste Option für dich raus­suchen. Setze alternativ einen Preis­alarm, wenn du nicht sofort buchen musst, aber buche, sobald der Preis für dich passt.

Flug­such­maschine oder Vermittler: Der Unter­schied

Nicht jedes Tool, das Flug­preise anzeigt, verkauft dir auch ein Flug­ticket.
  • Flug­such­maschinen wie Google Flights oder Skyscanner sind Meta­such­maschinen: Sie vergleichen Preise verschiedener Air­lines und Vermittler, verkaufen aber selbst nichts und leiten dich nur zum jeweiligen Anbieter weiter.
  • (Online-)Reise­büros (auch Vermittler genannt), zum Beispiel Opodo oder Expedia, verkaufen das Ticket dagegen direkt und können zusätzlich Service­gebühren berechnen.
Wo du buchst, entscheidet darüber, wer im Problem­fall dein Ansprech­partner ist: Buchst du am Ende direkt bei der Air­line, ist die Airline dein Ansprech­partner. Buchst du stattdessen über einen Vermittler, wie ein (Online-)Reise­büro, ist dieser zuständig.

Anbieter im Vergleich

Verlasse dich bei der Flug­suche nicht nur auf eine einzige Platt­form. Mit einem Vergleich kannst du das beste Angebot für dich finden.
Anbieter
Stärken
Geeignet für
Datumsraster mit Preisvergleich, Gabelflüge, Preis-Tracking, Flugpreis-Weltkarte
Flexible Reisende mit festem oder offenem Ziel, oder für diejenigen, die das günstigste Datum suchen
„Überall“-Suche ohne festes Ziel, Monatsübersicht, Filtermöglichkeiten
Inspiration und offene Reiseziele
Online-Reisebüros (wie booking.com, Expedia, Opodo, etc.)
Suche nach Flügen, Unterkünften, Mietwagen, Aktivitäten und Buchung von Pauschalreisen
Vergleich von Preisen auf einer Plattform
Bei allen Anbietern gilt aber: Der zuerst dargestellte Preis ist nicht immer der End­preis. Oft werden die Preise ohne Aufgabe­gepäck angezeigt oder mit der kleinsten Sitz­kategorie, vor allem, wenn vor der Suche nicht die richtigen Filter gesetzt wurden oder gar nicht gesetzt werden konnten. Extras kommen dann erst im Buchungs­prozess hinzu. Auch flexible Tarife (stornierbar oder umbuchbar) kosten mehr, da die Flexibilität im Preis ent­halten ist. Lass dich außerdem nicht von Formulierungen wie „nur noch 2 Plätze verfügbar“ unter Druck setzen: Das sind übliche Verkaufs­taktiken, kein verlässliches Preis­signal.

Außerdem kann sich der Preis noch einmal ändern, sobald du von der Such­maschine zur Airline oder zum Vermittler weiter­geleitet wirst. Der Grund liegt nicht in deinem Such­verhalten, sondern in den Echtzeit-Preisen: Die Such­maschine zeigt den Stand zum Zeitpunkt der Suche, der Anbieter aktualisiert aber möglicher­weise beim Aufruf die aktuellen Verfügbar­keiten und Preis­stufen. Kleine Abweichungen sind normal, bei größeren lohnt sich der Blick auf einen zweiten Anbieter.
Unser Tipp: Google Flights lässt sich auch ohne festes Ziel nutzen. Du kannst Land und Datum offen­lassen und auf Basis der Flug­preise entscheiden, wohin es geht. So hat Wittiko seine Costa-Rica-Reise (März 2024) geplant. Er hatte kein festes Ziel vorab, sondern das Land mit dem günstigsten Angebot ab Deutsch­land gewählt. Unser Ein­druck ist aber, dass Google Flights und Skyscanner bestimmte Air­lines besonders bevorzugt anzeigen. Ein Grund mehr, zusätzlich mit weiteren Flug­such­maschinen zu prüfen.

Ist es sinn­voll, direkt bei der Airline zu buchen?

Der Vorteil beim direkten Buchen bei einer Airline ist, dass sich Änderungen und Erstattungen im Problem­fall direkt klären lassen, ohne dass ein zusätzlicher Vermittler dazwischen­steht. Bei Online-Reise­büros sparst du zwar möglicherweise ein paar Euro, hast aber bei Problemen wie Ausfall, Verspätung oder verpasstem Anschluss eine zusätzliche Instanz zwischen dir und der Airline. Umbuchung, Erstattung und Support laufen dann über den Vermittler und nicht über die Airline. Wir bevorzugen deshalb immer die Direkt­buchung bei der Airline.

Wer nicht selbst vergleichen und buchen möchte, findet bei einem klassischen Reise­büro persönliche Beratung, zahlt dafür aber in der Regel eine Service­gebühr. Ob sich das preislich lohnt und wie umständlich der Prozess im Problem­fall ist, können wir nicht einschätzen, da wir das selbst noch nie gemacht haben.
Flugzeug mit auffälligem Heckflügel am Gate unter bewölktem Himmel

Die richtige Zahlungs­methode wählen

Viele Airlines und Buchungs­portale akzeptieren als Zahlungs­methoden neben Kredit- und Debit­karten oft auch PayPal, Apple/Google Pay oder andere wie SEPA-Last­schrift. Bei PayPal solltest du aber vorsichtig sein: Paypal rechnet Fremd­währungen zu einem eigenen, meist schlechteren Kurs um und verlangt dafür einen Auf­schlag von rund 3-4%. Daher am besten darauf achten, in Euro ohne Umrechnung zu zahlen.

Zahl den Flug daher am besten mit einer Karte ohne Fremd­währungs­gebühr wie der DKB Visa Debit­karte oder der easybank Visa Card. Je nach Bank kann eine Gebühr nicht nur bei Zahlung in Fremd­währung anfallen, sondern auch dann, wenn die Airline ihren Sitz außerhalb der Euro­zone hat, selbst wenn in Euro abgerechnet wird.
Zum Reise­kredit­karten Vergleich
Reisekreditkarten Vergleich: Vier Kreditkarten von DKB und Hanseatic Bank fächerförmig auf einem Holztisch

Flexibilität als Preis­faktor

  • Flexible Reise­daten
    Bei den Reise­daten zahlt sich Flexibilität aus: Flüge mitten in der Woche (Dienstag bis Donnerstag) sind wegen geringerer Nach­frage oft günstiger als am Wochen­ende, genauso wie zu Rand­zeiten und während der Neben­saison außerhalb der Ferien. Zudem können Flüge in den frühen Morgen- oder späten Abend­stunden wegen geringerer Nach­frage günstiger sein als Flüge zu belebten Tages­zeiten.
  • Alternative Flug­häfen
    Nicht immer ist der nahe­liegendste Flug­hafen auch der günstigste. Google Flights und Skyscanner zum Beispiel zeigen auch Flug­hafen in der Region an, sodass du die Preise vergleichen kannst.
  • Stopover
    Bei Umsteige­verbindungen bieten manche Airlines an ihrem Heimat­dreh­kreuz einen kosten­losen oder günstigen längeren Zwischen­stopp an. Damit lassen sich zwei Ziele mit einem Ticket ver­binden. Wenn du Zeit und Lust auf einen kurzen Städte­trip hast und mit einer Air­line über ihr Heimat­dreh­kreuz fliegst, lohnt es sich die Bedingungen für einen Stop­over zu prüfen, statt nur durch­zureisen. Iberia bietet beispiels­weise mit ihrem Angebot „Stopover Hola Madrid“ so etwas an. Das haben wir auf dem Weg nach Panama genutzt: Vier Tage kurzer Städte­trip in Madrid, bevor es weiter­ging.
  • Gabelflüge
    Bei einer Reise müssen Hin- und Rück­flug nicht zwingend am selben Ort starten und enden oder bei derselben Airline gebucht werden. Das ist besonders bei Rund­reisen oder One-Way-Strecken praktisch, weil du nicht zum Ankunfts­ort zurück­kommen musst. Prüfe daher bei einer geplanten Überland­strecke, ob eine offene Ticket-Kombination die Route ver­einfacht. Preislich ist eine solche Kombination nicht auto­matisch günstiger als ein durch­gebuchter Hin- und Rück­flug. Teilweise entfällt sogar ein Rückflug­rabatt. Der eigentliche Vorteil liegt hierbei in der Flexibilität der Route.
Unsere Erfahrung: Nach Panama sind wir mit Iberia (über den Madrid-Stopover) nach Panama City geflogen, dann mit dem Miet­wagen weiter bis nach David. Zurück ging es mit Copa Airlines von David nach Panama City und von dort mit Condor nach Deutsch­land. Wir hatten drei Airlines für drei Teil­strecken, statt eines durchgebuchten Hin- und Rück­flugs, und waren damit maximal flexibel.

Wann sollte ich Flüge buchen?

Den perfekten Buchungs­zeit­punkt gibt es grund­sätzlich nicht. Dennoch gilt: Früh, aber nicht zu früh, ist eine brauch­bare Faust­regel. Bei Lang­strecken­flügen lohnt sich oft eine Buchung rund zwei bis drei Monate vor Abflug, bei Kurz­strecken sind die Fristen kürzer. Statt auf ein einzelnes Datum zu spekulieren, kann auch ein Preis­alarm helfen: So buchst du, wenn der Preis passt und nicht, wenn der Kalender es vorgibt.

Zudem sind Last-Minute-Flüge heut­zutage nicht mehr zwingend günstiger. Airline-Algorithmen erhöhen die Preise oft für die letzten verfüg­baren Sitz­plätze, statt sie zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen, da kurz­fristig buchende Reisende kaum Alter­nativen haben.

Wer ein konkretes Ziel im Auge hat und nicht auf mögliche Preis­änderungen oder Preis­senkungen spekulieren möchte, kann trotz­dem früh buchen, um sich den aktuellen Preis zu sichern.

Hast du schon einen Flug gefunden?

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Mythen im Check: Was (nicht) hilft

Zum Flug­preis kursieren viele Ratschläge, die sich teil­weise sogar gegenseitig wider­sprechen, manchmal auch innerhalb der­selben Quelle. Wir haben die häufigsten Behauptungen geprüft:
  • Inkognito-Modus & Cookies löschen
    Es gibt keine belast­baren Belege dafür, dass Such­verhalten oder gelöschte Cookies den angezeigten Preis senken. Preise schwanken vor allem durch Nach­frage und dynamische Preis­modelle, nicht durch das Verhalten im Browser bzw. durch die Cookies. Schaden tut es sicher­lich nicht, bringt aber auch nichts.
  • Der eine günstige Buchungs­tag
    Die Regel „immer dienstags buchen“ stammt aus ver­alteten Preis­modellen. Es gibt keinen Wochen­tag mehr, an dem Tickets verlässlich günstig gebucht werden können. Das sollte aber nicht mit dem Reise­tag verwechselt werden: Mitten in der Woche zu fliegen ist wegen geringerer Nach­frage tatsächlich oft günstiger.
  • Die günstigste Uhrzeit zum Buchen
    Auch hierfür gibt es keine belast­baren Beweise. Verschiedene Auswertungen kommen zu wider­sprüchlichen Ergebnissen: Mal soll nachts günstiger sein, mal mittags, andere finden gar keinen Unter­schied.
  • Je früher gebucht, desto günstiger
    Je früher gebucht wird, desto günstiger ist es, stimmt so pauschal auch nicht. Entscheidend ist der Preis­verlauf, den ein Preis­alarm zuverlässiger anzeigen kann als ein fester zeitlicher Vor­lauf.

Verspätung, Ausfall oder Über­buchung: Was steht mir zu?

Bei Problemen mit deinem Flug hast du in der EU in der Regel Anspruch auf Entschädigung (EU-Flug­gast­rechte-Verordnung EU 261). Je nach Strecke und Verspätung können das bis zu 600 Euro pro Person sein, zusätzlich zu Folge­kosten wie Hotel, Essen oder Taxi. Diesen Anspruch kannst du selbst direkt bei der Airline geltend machen oder über Dienste wie Flight­right prüfen lassen, die dafür aber eine Erfolgs­provision von etwa 20-30% zuzüglich Mehr­wert­steuer einbehalten. Bei gericht­licher Durch­setzung kann die Provision auf knapp 50% steigen. Hebe im Fall von Problemen mit deinem Flug Bord­karten und Buchungs­belege auf, da du sie als Nach­weis benötigst.

Wichtig zu wissen: Airlines bieten bei einer Flug­annullierung manchmal eine Geld­rück­erstattung an, statt dich auto­matisch umzu­buchen. Das wirkt zwar entgegen­kommend, verlagert das Risiko aber auf dich: Eine kurz­fristige Ersatz­buchung ist oft teurer als der erstattete Betrag. Zudem musst du alle weiteren Kosten selbst tragen. Bestehe deshalb auf eine Um­buchung durch die Airline statt auf die Aus­zahlung deines gezahlten Betrags.

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