Mietwagen buchen: Worauf wir bei jeder Reise achten

Die meisten Probleme bei Miet­wagen entstehen nicht bei der Buchung selbst, sondern durch (fehlende) Versicherungen, unklare Tankregelungen und nicht doku­mentierte Vorschäden. Wer vor der Buchung einige Punkte prüft, vermeidet unerwartete Kosten und Diskussionen mit dem Anbieter vor Ort.

Vor der Mietwagen-Buchung

Brauche ich überhaupt einen Miet­wagen?

Ob sich ein Miet­wagen lohnt, hängt in erster Linie weniger vom Reise­land als von der geplanten Route ab. In vielen Städten funktioniert öffentlicher Nah­verkehr oft problemlos. Gibt es keinen gut aus­gebauten öffentlichen Nah­verkehr, fahren zumindest Taxis. Für Rund­reisen, ländliche Regionen und National­parks ist ein Miet­wagen dagegen fast immer die flexibelste Option, weil (Fern-)Busse und Taxis dort weniger zuverlässig oder gar nicht verfügbar sind.

Wo buche ich einen Mietwagen?

Vergleichs­portale wie check24.de* oder billiger-mietwagen.de bieten oft bessere Angebote als die direkten Buchungs­seiten der Anbieter. Vergleiche trotzdem mit der Direkt­buchung, da diese manchmal flexiblere Bedingungen bietet, und schau dir die Versicherungs­bedingungen genau an, bevor du buchst. Achte zudem bei Vergleichs­portalen auf eine gute Bewertung der Anbieter und nimm keinen mit weniger als 3 Sternen.

Was brauche ich für eine Mietwagen-Buchung?

Für die Mietwagenbuchung selbst brauchst du erstmal nichts, außer ggf. eine funktionierende Zahlungsmethode, manchmal ist die Zahlung auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Bei der Abholung des Mietwagens wird ein Führer­schein und ein Ausweis­dokument benötigt. Für die Kaution ist eine echte Kredit­karte erforderlich, die auf denselben Namen wie das Ausweis­dokument des Haupt­fahrers ausgestellt ist. Debit­karten werden meistens nicht akzeptiert.

Wann buche ich einen Mietwagen?

Einen Mietwagen solltest du so früh wie möglich buchen. In der Hoch­saison und in beliebten Regionen sind verfügbare Fahrzeug­klassen schnell vergriffen und Preise steigen. Mit einem frühzeitig gesicherten Angebot hast du mehr Auswahl und in der Regel einen besseren Preis.

Die richtige Fahrzeugklasse

Die Fahrzeug­klasse sollte zur geplanten Route und den Straßen­verhältnissen passen. Bei unklaren Straßen­verhältnissen oder Zielen abseits befestigter Straßen lieber eine größere Fahrzeug­klasse wählen. Das Schaden­risiko an einem Klein­wagen über­steigt dann schnell den Preis­unterschied.
  • Ein Kompakt­wagen ist aus­reichend, wenn das Straßen­netz gut ausgebaut ist und du eher zwischen Städten hin und her fährst und dabei die Haupt­verkehrs­straßen nutzt. Auch weil Park­raum in Städten oft begrenzt ist, lohnt sich hier die Kompakt­klasse.
  • Ein Mittel­klasse-SUV ist die bessere Wahl für Rund­reisen. Mehr Boden­freiheit schützt besser bei schlechten Straßen­verhältnissen, vor allem bei Schlaglöchern, und er bietet gleich­zeitig mehr Platz für Gepäck auf längeren Reisen.
Wer zudem wenig Erfahrung mit dem Fahren von fremden Autos hat oder selten Schalt­getriebe fährt, sollte einen Miet­wagen mit Automatik­getriebe buchen.

Welche Versicherungen brauche ich bei einer Mietwagen-Buchung?

Um im Urlaub ausreichend abgesichert zu sein, lohnt es sich, eine Voll­kasko ohne Selbst­beteiligung zu buchen. Der Aufpreis ist über­schaubar, aber im Schadens­fall sparst du dir damit nicht nur Kosten, sondern auch Diskussionen mit dem Anbieter. Eine Haft­pflicht­versicherung ist eigentlich bei jedem Miet­wagen gesetzlich enthalten, unabhängig von der Kasko. Achte aber auf eine aus­reichend hohe Deckungs­summe, da diese im Schadens­fall gegenüber Dritten greift. Eine Zusatz­versicherung für Glas, Unterboden, Dach und Innen­raum ist optional. Sie kann in Regionen mit Schotter­pisten oder Stein­schlag­gefahr sinnvoll sein, ist aber kein Muss.
Hinweis: Oft buchst du bei Vergleichs­portalen erstmal eine Voll­kasko mit Selbst­beteiligung und dazu eine Zusatz­versicherung, die die Selbst­beteiligung übernimmt.

Was kann zu Mehrkosten bei einer Mietwagen-Buchung führen?

Grauer Mietwagen auf Parkplatz vor Wald
  • Tankregelung
    „Voll/Voll“ ist die fairste Tank­regelung: Du bekommst das Auto mit vollem Tank und gibst es genauso zurück. Andere Regelungen wie „Voll/Leer“ oder „Leer/Leer“ können versteckte Gebühren für das Betanken oder ungenutzten Kraft­stoff verbergen.
  • Kilometer­regelung
    Unbegrenzte Kilo­meter sind bei Rund­reisen die sichere Wahl. Bei Kilo­meter­paketen lohnt es sich, die geplante Strecke vorher grob abzuschätzen und das mit dem Paket-Limit zu prüfen. Über­schreitungen können teuer werden, da meist ein fester Fix­preis pro Kilometer anfällt.
  • Jungfahrer
    Viele Anbieter erheben Aufpreise für junge Fahrer und schränken zudem die buchbaren Fahrzeug­klassen ein. Die genauen Alters­grenzen variieren je nach Land und Anbieter, oft liegt die volle Frei­gabe erst ab 27 Jahren vor.
  • Grenzübertritte
    Grenz­übertritte sind mit Miet­wagen nicht auto­matisch erlaubt. Ohne Genehmigung des Anbieters erlischt in der Regel der Versicherungs­schutz. Gib das bei geplanten Grenz­übertritten direkt bei der Buchung an oder kontaktiere den Anbieter danach. Für die Genehmigung können Zusatz­kosten anfallen.
  • Zusatzfahrer
    Bei der Buchung über ein Vergleichs­portal lohnt es sich, Zusatz­fahrer erst vor Ort einzutragen, da die Kommunikation zwischen Portal und Anbieter nicht immer zuverlässig funktioniert. Vor Ort ist es auch nicht zwingend teurer, aber du sparst dir möglicher­weise unnötige Doppel­kosten.
  • Versicherungen
    Mietwagen­firmen bieten bei der Übergabe oft nochmal Versicherungen an, da sie nicht einsehen können, ob du bereits eine über das Vergleichs­portal abgeschlossen hast. Wenn du schon eine Versicherung hast, kannst du das mit Hinweis auf die Buchungs­bestätigung freund­lich ablehnen.

Was muss ich bei der Fahrzeug­übernahme beachten?

Dokumentation von Vorschäden

Bei der Übergabe stellt der Anbieter einen Schadens­bericht mit bekannten Vorschäden aus. Trotzdem ist es wichtig, das gesamte Auto zu fotografieren und mit Videos zu doku­mentieren. Außen vollständig, innen bei Auffällig­keiten. Das ist der wichtigste Schutz gegen ungerecht­fertigte Schadens­ansprüche des Anbieters bei der Rück­gabe.

Mitführ­pflichten

Prüfe bei der Übergabe, ob das gesetzlich vor­geschriebene Zubehör vollständig vorhanden ist. Was vor­geschrieben ist, variiert je nach Land. Informiere dich vorher zum Beispiel beim ADAC. Warn­dreieck, Warn­weste, Verbands­kasten und Ersatz­rad oder Reifen­pannen­set sind in vielen Ländern Pflicht.
Recht Frontseite eines Autos mit Kratzern im Lack

Planst du bald deine nächste Reise?

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Worauf muss ich während der Reise achten?

Hinweisschild für gebührenpflichtiges Parken per SMS
  • Maut und Vignetten
    Viele Länder erheben Maut­gebühren oder verlangen Vignetten für die Nutzung von Auto­bahnen. Zudem gibt es in vielen Ländern fest installierte Blitzer, die Verstöße digital erfassen. Die Buß­gelder variieren je nach Land erheblich. Informiere dich vor Reise­antritt über die geltenden Regelungen.
  • Parken
    In Städten ist kosten­pflichtiges Parken weit verbreitet, in Dörfern seltener. Park­gebühren werden oft unter­schiedlich bezahlt: Parkuhren, SMS, bewachte Park­plätze oder Attendants an der Straße. In Städten lohnt sich eine Unter­kunft mit privatem Park­platz, um Park­stress und Park­gebühren zu vermeiden.
  • Unfälle
    Bei einem Unfall ist es wichtig, zuerst die Polizei zu rufen und danach den Miet­wagen­anbieter zu kontaktieren. Das offizielle Unfall­protokoll der Polizei ist für die Versicherungs­abwicklung zwingend erforderlich. Ohne Protokoll kann die Versicherung die Leistungs­übernahme verweigern.

Was muss ich bei der Abgabe des Mietwagens beachten?

Dokumentation der Rückgabe

Auch bei der Abgabe des Miet­wagens ist es wichtig, den Zustand des Autos vollständig mit Fotos und Videos zu dokumentieren, um mögliche Diskussionen zu vermeiden. Das schützt am zuverlässigsten vor ungerecht­fertigt gestellten Ansprüchen seitens des Anbieters.

Kaution

Die Freigabe der Kaution nach Rück­gabe des Miet­wagens kann je nach Anbieter und Bank einige Tage bis Wochen dauern. Bei manchen Anbietern lässt sich die Freigabe direkt vor Ort beim Rückgabe­gespräch beschleunigen.

Die wichtigsten Punkte zusammen­­gefasst

Vor der Buchung

  • Vollkasko ohne Selbst­beteiligung gebucht
  • Tank­regelung geprüft (Fair bevorzugt: „Voll/Voll“)
  • Fahrzeug­klasse passend zur Route und den Straßen­verhältnissen gewählt
  • Kredit­karte des Haupt­fahrers für Kaution dabei (keine Debit­karte)
  • Kilometer­regelung mit geplanter Reise­route verglichen (unbegrenzt bevorzugt)
  • Bewertung des Anbieters geprüft (keine Anbieter unter 3 Sternen)

Bei der Übernahme

  • Alle Fahrer eingetragen
  • Fahr­zeug bei Über­nahme vollständig mit Fotos und Videos dokumentiert
  • Für Grenz­übertritt: offizielle Genehmigung schriftlich vom Anbieter erhalten
  • Pflicht­aus­stattung geprüft (Warn­dreieck, Warn­weste, Ersatz­rad, etc.)

Bei der Rückgabe

  • Fahr­zeug bei Rück­gabe voll­ständig mit Fotos und Videos dokumentiert
  • Kautions­freigabe angesprochen

FAQ

Für einen Mietwagen lohnt sich eine Voll­kasko ohne Selbst­beteiligung, damit du im Schadens­fall keine Kosten trägst. Die Haft­pflicht sollte dabei enthalten sein. Zusatz­versicherungen für Glas, Unter­boden und Dach sind nur in Regionen mit zum Beispiel Schotter­pisten oder Stein­schlag sinnvoll.
Ja, für die Kaution ist fast in der Regel eine echte Kredit­karte nötig, aus­gestellt auf den Namen des Haupt­fahrers. Debit­karten werden für die Kaution meist nicht akzeptiert, weil sie keinen Kredit­rahmen haben. Zum Bezahlen der Miete reicht hingegen auch eine Debit­karte.
In den meisten EU- und ERW-Ländern reicht der nationale Führer­schein. Außer­halb der EU, wie zum Beispiel in den USA, Japan oder Australien, ist zusätzlich ein internationaler Führer­schein nötig. Prüfe die Vor­schriften vorab beim Auswärtigen Amt.
Voll/Voll bedeutet, dass du den Miet­wagen mit vollem Tank bekommst und ihn genauso zurück­gibst. Das ist die fairste Regelung. Bei Modellen wie Voll/Leer oder Leer/Leer zahlst du eine oft über­teuerte Tank­füllung im Voraus und verschenkst nicht genutzten Sprit.
Mieten kannst du meist ab 21 Jahren, viele Anbieter erheben aber bis 25 oder 26 Jahren einen Jung­fahrer-Aufpreis und schränken die Fahrzeug­klassen ein. Die volle Frei­gabe gilt oft erst ab 27. Die genauen Grenzen variieren je nach Land und Anbieter.

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