Essen in Costa Rica: Typische Gerichte

Die costa-ricanische Küche ist solide, aber selten ein Grund, allein wegen des Essens dort hin­zu­reisen. Frische Früchte, Meeres­früchte an der Küste und lokaler Kaffee, der zu den besten der Welt gehört, sind echte Plus­punkte. Dazu ist die Küche mild gewürzt und die Schärfe von Essen hält sich in Gren­zen. In Touristen­orten domi­nieren da­gegen vor allem inter­nationale Rest­aurants zu west­lichen Preisen.
 
Geschmack­lich fand ich die Küche eher un­auf­geregt als über­raschend. Nach Costa Rica reist du eher wegen der Natur und den Erleb­nissen, nicht wegen der Küche. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du probieren solltest.

Typische costa-ricanische Gerichte

Gallo Pinto

Gallo Pinto, eine angebratene Mischung aus Reis und schwarzen Bohnen, gilt als National­gericht Costa Ricas und wird meist zum Frühstück serviert. Oft mit Ei, Käse oder gebratener Koch­banane. Einzeln bestellt habe ich es nie, kam aber praktisch bei jedem Früh­stück mit auf den Teller.

Casado: der typische Alltags­teller

Das costa-ricanische Alltags­gericht heißt Casado und besteht meist aus Reis, Bohnen, einer Fleisch- oder Fisch­komponente, Salat und gebrat­ener Ess­banane (Plátano). Casado steht praktisch über­all auf der Karte, von der ein­fachen Soda bis zum tourist­ischen Rest­aurant, und die Zusammen­stellung variiert dabei von Ort zu Ort.
 
Auf meiner Reise habe ich Casado in mehreren Varianten gegessen: mit gegrilltem Hähn­chen und Schweine­fleisch, mit geschmortem Rind und Kohlsalat sowie mit Rind­fleisch­streifen und Tort­illas. Die Grund­struktur bleibt gleich, nur Fleisch­wahl und Bei­lagen unter­scheiden sich je nach Lokal.

Salsa Lizano

Auf so gut wie jedem Restaurant­tisch in Costa Rica steht eine Flasche Salsa Lizano, eine milde, leicht süß­liche Gemüse­sauce, die zu fast jedem Gericht passt.

Tropische Früchte

Costa Rica bietet eine große Auswahl an tropischen Früchten, darunter Papaya, Ananas, Avo­cados, Mara­cujas und Wasser­­melone.
 
Papaya gehörte für mich zum täglichen Früh­stück dazu. Verglichen mit der Papaya aus dem deutschen Super­markt ist der Unter­schied in Süße und Aroma deutlich spürbar.
Avocados sind auch all­gegen­wärtig und deutlich günstiger und aromatischer als die euro­päische Import­ware, da sie reif ge­erntet werden.
Auch bei Ananas gibt es einen deutlichen Unter­schied: Wer zuhause wegen des sauren und stumpfen Geschmacks keine Ananas mag, sollte sie hier (oder in anderen mittel­amerika­nischen Ländern) unbedingt nochmal probieren.
Maracuja habe ich auch regel­mäßig gegessen, da sie in Costa Rica deutlich intensiver im Geschmack und größer sind, als man es aus Deutschland kennt.

Tortilla Aliñada mit Natilla

Die Tortilla Alianada ist eine dicke Mais­tortilla, gefüllt mit Käse, serviert mit einem Klecks Natilla, der costa-ricanischen sauren Sahne. Ich habe sie im Restaurant Tiquicia in La Fortuna gegessen und fand sie gerade mit der Natilla und etwas Salsa Lizano richtig gut, dazu günstig im Preis.

Taco Tico

Taco Tico ist eine costa-ricanische Fast-Food-Kette, deren Tacos sich von der mexi­kanischen Variante unter­scheiden: eine frittierte Tortilla, reichlich Weißkohl und eine Mayo-Ketchup-Sauce oben­drauf.

Ich habe Taco Tico im Restaurante El Pollito in Quepos, in der Nähe von Manuel Antonio, gegessen. Für schnelles, günstiges Essen zwischen­durch ist es aus­reichend, große kuli­narische Ansprüche sollte man dabei aber nicht haben.

Frittierter Red Snapper

An der Küste, etwa in Samara, wird Red Snapper oft im Ganzen frittiert und mit Pommes, Salat und zwei Dips serviert. Ich habe ihn an der Küste probiert: Er war mild im Geschmack, mit Knuspriger und nur einer dünnen Panade. Für alle, die frischen Fisch direkt vom Boot mögen, ist es eine der einfachsten Gerichte an der Küste.

Reis mit Seafood

Ebenfalls an der Küste verbreitet ist Reis mit Meeresfrüchten, etwa mit Garnelen und Krabbe, serviert mit Pommes und Salat. Das habe ich in mehreren Restaurants an der Küste gegessen: Die Zubereitung ist westlich geprägt und unterscheidet sich vom klassischen Casado. Das Gericht eignet sich vor allem für diejenigen, die gerne frischen Fisch und Meeresfrüchte essen.

Chifrijo mit Mango-Salsa

In Monte­verde habe ich im NATIVO Chifrijo probiert: knusprig gebratener Schweine­bauch, serviert mit einer frischen Mango-Tomaten-Salsa und Pata­cones (frittierten grünen Koch­bananen­scheiben) auf einem Bett aus Reis. Die Kombi­nation aus knusprigem Fleisch und frucht­iger Salsa war eins der Gerichte auf der Reise, die mir am besten geschmeckt haben und die ich weiter­empfehlen würde.

Deutsche Bäckereien und Auswanderer-Cafés

Costa Rica hat eine über­raschend aktive Community deutscher und euro­päischer Aus­wanderer, die sich unter anderem in Bäcker­eien und Cafés zeigt. Während der Rund­reise bin ich mehrfach bei deutschen Bäckerei stehen­geblieben und war über­rascht, wie gut das Essen mit deutschem Einfluss geschmeckt hat. Auch in normalen Super­märkten fanden sich immer wieder Gebäck­stücke wie Zimt­schnecken, Brot, Kekse und Crois­sants aus lokalen Bäcker­eien.

FAQ

Gallo Pinto, eine angebratene Mischung aus Reis und schwarzen Bohnen, gilt als Nationalgericht Costa Ricas und wird meist zum Frühstück mit Ei und Koch­banane serviert. Auf der Speise­karte steht es oft kurz als „Pinto“.
Eine Soda ist ein einfaches, meist familien­geführtes Lokal mit land­estypischer Alltags­küche. Dort bekommst du in der Regel den Casado und weitere Tages­gerichte.
In den meisten Städten und touristisch erschlos­senen Regionen in Costa Rica ist Leitungs­wasser trinkbar, die nationale Wasser­behörde AyA über­wacht die Qualität landes­weit. In abge­legenen Gebieten empfiehlt sich abgefülltes oder gefiltertes Wasser.
Restaurants in Costa Rica sind gesetzlich verpflichtet, 13 % Steuer und 10 % Service­gebühr auf die Rechnung auf­zu­schlagen. Ein zusätzliches Trinkgeld ist damit nicht zwingend nötig, wird bei besonders gutem Service aber gerne gesehen.
Am günstig­sten isst du in einer Soda, einem einfachen Lokal mit costa-ricanischer Alltags­küche wie dem Casado, oft für 3 bis 5 Euro. Inter­nationale Restaurants in Touristen­orten liegen preislich meist deutlich darüber.